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Zeit, das Geräusch des Nährwertkennzeichens zu lindern

Zeit, das Geräusch des Nährwertkennzeichens zu lindern
Anonim

In jedem Supermarktgang gibt es eine Wand mit farbenfrohen Verpackungen, von denen jede ihr Bestes tut, um die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Gesundheitslogos und Angaben drängen sich mit Nährwerttabellen und Farbcodes.

Lebensmitteleinkauf sollte nicht so verwirrend sein.

Hier ist eine Idee: Bevor sich jemand ein weiteres schlecht beratenes Nährwertkennzeichnungsschema überlegt, lassen Sie uns zusammenkommen und herausfinden, was tatsächlich funktioniert.

Die Nährwertkennzeichnung soll den Verbrauchern dabei helfen, eine vernünftige Lebensmittelauswahl zu treffen, wodurch die sozialen Kosten von Fettleibigkeit und ernährungsbedingten Krankheiten gesenkt werden. Dies ist ein wichtiges Problem der öffentlichen Gesundheit, daher ist es eine Schande, dass bei der Bewältigung dieses Problems nicht mehr zusammengearbeitet wird.

Letzte Woche gab der amerikanische Lebensmitteleinzelhändler Supervalu - der drittgrößte in den USA - bekannt, dass er ein eigenes Programm für alle Lebensmittelgeschäfte auf den Markt bringen wird. Ein Sprecher von Supervalu sagte dieser Website, dass das iQ-Ernährungsprogramm Teil einer „Geschäftsstrategie zur Steigerung der Kundenbindung“ sei.

Da diese „Geschäftsstrategie“ offenbar nichts mit anderen Ernährungsprogrammen in den USA zu tun hat, hat das Unternehmen angekündigt, eine ehrgeizige Aufklärungs- und Marketingoffensive einzuleiten. Die Absicht ist, dass die Farbcodierung in den Regalen der Lebensmittelgeschäfte und nicht auf den Verpackungen die Aufmerksamkeit auf die wichtigsten Nährstoffvorteile von etwa zehn Prozent des gesamten Lagerbestands lenkt.

Aber die sieben Farben selbst scheinen fast zufällig ausgewählt zu sein: Zum Beispiel steht Dunkelgrün für wenig Natrium, Purpur für wenig Kalorien und Rot für wenig gesättigtes Fett.

Warten Sie eine Minute: Rot, die universelle Farbe für Gefahr, bedeutet wenig gesättigtes Fett. Dies muss eine sehr gründliche Umerziehung sein.

Es scheint ein besonders verwirrender Schritt zu sein, die Öffentlichkeit über ein System zu informieren, das parallel zu anderen bereits existierenden Systemen ist.

Wenn es bei der Nährwertkennzeichnung wirklich um Aufklärung der Verbraucher geht, wäre es vielleicht sinnvoller, Erfahrungen und Ressourcen zu bündeln. Was benötigt wird, ist Vereinfachung und Einheitlichkeit, nicht zusätzliche Verwirrungsebenen.

In Europa werden Schritte in die richtige Richtung unternommen. Die gebündelten Ressourcen haben ein EU-finanziertes Forschungsprojekt mit dem Titel Lebensmittelkennzeichnung zur Förderung einer besseren Bildung für das Leben (FLABEL) ins Leben gerufen. Es wurde eingerichtet, um die Wirksamkeit der verschiedenen verwendeten Systeme zu bewerten und eine wissenschaftliche Grundlage für die Verwendung von Nährwertkennzeichnungen zu schaffen, indem ermittelt wird, wie sich die Kennzeichnung auf die Ernährungsgewohnheiten auswirkt.

Derzeit wird jedoch über Gesetzesvorschläge zur Einführung eines einheitlichen Nährwertkennzeichnungsprogramms in ganz Europa diskutiert, das möglicherweise mit den verschiedenen bereits bestehenden nationalen Regelungen koexistieren könnte.

Theoretisch scheint ein einziges System für Hersteller sinnvoll zu sein, die den europäischen Binnenmarkt optimal nutzen möchten. Jeder Versuch, die Kennzeichnung zu homogenisieren, ist jedoch mit einer Reihe von Herausforderungen verbunden, einschließlich sprachlicher und geschmacklicher Unterschiede.

Wenn es jedoch um die Interpretation von Labels geht, variieren die Verständlichkeitsstufen. Es ist nicht überraschend, dass das FLABEL-Projekt herausgefunden hat, dass dies damit zusammenhängt, wo bestimmte Regierungen sich entschieden haben, die Verbrauchererziehung - zum Beispiel GDA oder farbige Schlüssellöcher - sowie unterschiedliche kulturelle Einstellungen zu Lebensmitteln in den Mittelpunkt zu stellen.

Zumindest müssen Kennzeichnungsprogramme in jedem Land einheitlich sein.

In Großbritannien ist beispielsweise ein anderes Farbkennzeichnungsschema - das Ampelkennzeichnungsschema - wiederholt wegen Verwirrung der Kunden angegriffen worden. Während beispielsweise ein rotes Etikett für Salz bedeutet, dass ein Lebensmittel einen relativ hohen Gehalt pro 100 g aufweist, ergab eine von der Food and Drink Federation in Auftrag gegebene Umfrage, dass 69 Prozent der Verbraucher zu Unrecht dachten, dass das Produkt einen hohen Salzgehalt pro Portion aufweist.

Möglicherweise liegt dies daran, dass das andere in Großbritannien am weitesten verbreitete System das europäische ist, das die täglichen Richtwerte (GDA) pro Portion angibt. Auch hier hat sich die Konsistenz als entscheidend erwiesen.

Jetzt ist die Zeit für eine kleine Stille. Sehen wir uns an, was bereits im Supermarktregal steht und ob es funktioniert.

Caroline Scott-Thomas ist eine auf die Lebensmittelindustrie spezialisierte Journalistin. Vor ihrem Abschluss als Journalistin an der Napier University in Edinburgh war sie fünf Jahre lang als Köchin tätig. Wenn Sie diesen Artikel kommentieren möchten, wenden Sie sich an caroline.scott-thomas unter 'decisionnews.com'.