Verarbeitung & Verpackung

Krones Gründer Hermann Kronseder stirbt

Krones Gründer Hermann Kronseder stirbt
Anonim

Hermann Kronseder, dessen Familie noch eine Mehrheitsbeteiligung an Krones hält, hat das Unternehmen von Zeichnungen auf seinem Küchentisch zu einem multinationalen Marktführer für Verpackungsmaschinen ausgebaut.

Als Sohn eines Schmiedes in der Oberpfalz in Deutschland geboren, absolvierte Kronseder eine Ausbildung zum Mechaniker und Maschinenbaumeister sowie Elektromeister, bevor er 1951 mit 27 Jahren sein eigenes Unternehmen gründete.

Anfänge

Aus Entwürfen, die er auf seinem Küchentisch gezeichnet und dann mit eigenen Händen in einen Schuppen gebaut hatte, stellte Kronseder bald halbautomatische Etikettiermaschinen her, von denen die erste mit einer Geschwindigkeit von 1.500 etikettierten Flaschen pro Stunde arbeitete. Zum Vergleich: Ein moderner vollautomatischer Etikettierer erreicht eine Geschwindigkeit von 72.000 Flaschen pro Stunde.

Sein Unternehmen wuchs schnell, verdoppelte seinen Umsatz in den 1960er Jahren alle drei Jahre und expandierte in neue Bereiche wie das Abfüllen von Flaschen. Im folgenden Jahrzehnt war Kronseder, der sich immer mehr als Erfinder als als Unternehmer sah, Pionier der ersten Monoblock-Konzepte, bei denen Füllstoff, Annäherung und Etikettierung zusammengeführt wurden.

Nach dem Börsengang im Jahr 1984 entwickelte sich Krones zu dem Unternehmen, das wir heute mit einer Produktpalette aus Abfüll- und Verpackungslinien, Prozess- und Materialflusstechnologien sowie ganzen Brauereien und Getränkeanlagen kennen.

Familienunternehmen

Obwohl Kronseder 1997 als Vorsitzender zurücktrat, war er am Firmensitz in Neutraubling noch regelmäßig zu sehen. Sein Sohn Volker Kronseder übernahm den Vorsitz, eine Position, die er bis heute innehat und die ein Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als 2 Mrd. Euro betreut.

Die Familie hält weiterhin rund 54 Prozent an Krones, obwohl Hermann die Mehrheit bereits in den 1980er-Jahren an seine Söhne übertrug.

Hermann Kronseder erhielt zu Lebzeiten eine Reihe von Auszeichnungen, darunter den Bundesverdienstorden 1. Klasse und die Dieselmedaille in Gold des Deutschen Instituts für Erfindungen. Die letztgenannte Auszeichnung war die, die Kronseder als leidenschaftlicher Erfinder mit 630 Patenten am meisten schätzte.